Verdiente Auszeichnung für den selbstlosen Einsatz von Detlev Gück sowie das unternehmerische und gesellschaftliche Engagement von Toni Fink: Stellvertretend für Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat Staatsminister Christian Bernreiter ihnen und zwei weiteren Niederbayern am Samstag das Bundesverdienstkreuz am Bande angeheftet. Mit diesem Verdienstorden würdigt die Bundesrepublik Deutschland ehrenamtliches Engagement, das weit über das Selbstverständliche hinaus geht.

Solche Orden, so Bernreiter beim Festakt im Historischen Rathaussaal, seien ein Symbol für Zusammenhalt, „sie erinnern uns daran, unsere Gesellschaft gemeinsam positiv zu gestalten.“ Die Gesellschaft lebe von Menschen, die aufeinander achten, füreinander da sind, die Initiative ergreifen und Verantwortung übernehmen.

Einer, der die Initiative ergriffen und sich über viele Jahre engagiert für die Menschen in ärmsten Regionen der Welt eingebracht hat, ist der in der Gemeinde Schaufling lebende Augenarzt  Dr. Detlev Gück. Schon seit dem Ende seines Studiums, erläuterte Christian Bernreiter, nutzt Gück Jahr für Jahr seinen Urlaub, um sich persönlich für Menschen einzusetzen, die Hilfe brauchen. Regelmäßig reist er unter großem persönlichem Einsatz in entlegene, teils nur zu Fuß erreichbare Regionen, um die Menschen dort medizinisch zu behandeln, mit Brillen und Medikamenten zu versorgen. So sorgt er dafür, dass etwa Dorfbewohner im Himalaya wieder schmerzfrei sind, dank Grauer-Star-Operationen wieder gut sehen oder dank mitgebrachter Hörgeräte hören können. So können sie wieder aktiv am sozialen Leben in ihrem Umfeld teilnehmen. Die Bedingungen für diese Reisen sind oft schwierig, manchmal sogar lebensbedrohlich.

„Deine Einsätze haben Dich unter anderem nach Afghanistan, Pakistan, Nigeria, Indien und Nepal geführt“, so Bernreiter über Detlev Gück, der mit ihm gemeinsam Abitur gemacht hat. „Du behandelst dort für ein bis zwei Wochen täglich bis zu 300 Patientinnen und Patienten.“ Er schenke ihnen nicht nur medizinische Hilfe, sondern auch neue Selbstständigkeit und Würde.

Eine große Stütze sind dem Helfer im Himalaya-Gebiet vor allem die buddhistischen Mönche, mit denen er eng zusammenarbeitet. Um seine eigenen Einsätze durchführen zu können, wird Gück von vielen treuen Spendern sowie von der Organisation „Apotheker Helfen e.V.“ unterstützt.

2006 hat Detlev Gück den Verein „Kleine Hilfe“ gegründet, dessen Vorsitzender und Motor er bis heute ist. Der Verein fördert den Bau und Betrieb mehrerer Kinderzentren im nordindischen Ladakh sowie  in Chialsa und Taplejung in Nepal. Detlev Gück verstehe es in besonderer Weise, Mitstreiter zu gewinnen und nachhaltige Hilfsstrukturen aufzubauen und er habe trotz aller Herausforderungen nie aufgegeben.

Und damit nicht genug, engagiert sich der Mediziner auch in der Gemeinde Schaufling, unter anderem bei Hilfsaktionen für Rumänien, sowie für die Stadt Deggendorf, deren Stadtrat er sechs Jahre lang angehörte. Christian Bernreiter: „Du stehst beispielhaft für gelebte Menschlichkeit und  Verantwortungsbewusstsein.“

Das Verdienstkreuz gebühre ihm allerdings nicht alleine, erklärte Detlev Gück in seinen Dankesworten. Ohne seine Helfer und Mitstreiter ginge das alles nicht. Mit Blumen würdigte er vor allem seine Ehefrau Akiko Ishida-Gück, die dieses  Engagement mit trägt, sowie seine treuen Helfer Theresa Jocham und Hermann Peter stellvertretend für alle Unterstützer.

Ein weiteres Bundesverdienstkreuz übergab der Minister an Toni Fink, der 1977 seine Apotheke in Deggendorf – laut Bernreiter mit all ihren Tätigkeitsbereichen wohl die größte Deutschlands – aufgebaut hat. Als gewähltes Mitglied des IHK-Gremiums, dem er seit 2016 vorsitzt, als Vizepräsident der IHK Niederbayern, als langjähriger ehrenamtlicher Finanzrichter am Finanzgericht München, ehrenamtlicher Handelsrichter am Landgericht Deggendorf sowie langjähriges Vorstandsmitglied der Wirtschaftsjunioren habe er sich in besonderer Weise um die Region verdient gemacht. Seine „Stiftung für internationalen Studentenaustausch“ hat bis heute 300 Studierende bei ihren Studien- und Praxisaufenthalten im Ausland gefördert, der „Anton Fink Wissenschaftspreis für Künstliche Intelligenz“ setze ein Zeichen. Zudem habe Fink den Grundstein für den Neubau des Tierheims in Plattling gelegt und war von 1990 bis 2008 auch Mitglied des Deggendorfer Stadtrats. Insgesamt eine außergewöhnliche Lebensleistung, so Christian Bernreiter.

Ebenfalls gewürdigt wurden Allgemein- und Notarzt Dr. Götz Erhard aus Wegscheid für sein Engagement zum gesundheitlichen Wohl der Bewohner des Landkreises Passau und Johann Berndl aus Neufraunhofen bei Landshut. Dieser hat über viele Jahre aufopferungsvoll seinen am Multipler Sklerose erkrankten Sohn und seine an Demenz erkrankte Ehefrau gepflegt und betreut.

Die Angehörigen und Wegbegleiter der Ausgezeichneten, die zur Verleihung ins Alte Rathaus gekommen waren, hatte OB Christian Moser dort willkommen geheißen. Musikalisch umrahmt wurde die Verleihung, die in einen Stehempfang mündete, von Tamara Balint und Franziska Greil.

Staatsminister Christian Bernreiter, der Geehrte: Dr. Detlev Gück und Bürgermeister Robert Bauer.

Text: Katrin Schreiber, PNP
Fotos: Stadt Deggendorf