Heimatviertel als Hoffnungsträger: Die ILE Sonnenwald will eine neue Marke schaffen, die Neugier weckt und Identifikation schafft

Integrierte ländliche Entwicklung Sonnenwald oder kurz ILE Sonnenwald: Ein trockener Begriff, der für die kommunalpolitische Organisation zwischen den Gemeinden Auerbach, Außernzell, Grattersdorf, Hengersberg, Hunding, Iggensbach, Lalling, Schaufling, Schöllnach und Zenting steht, aber keiner, der Emotionen weckt. Und gerade für die Gemeinden außerhalb der eigentlichen „Sonnenwaldregion“, die aber dennoch zur ILE gehören, wie etwa dem Lallinger Winkel oder dem Ohetal, wenig identifizierend. Das soll jetzt geändert werden, wie die Umsetzungsberaterin Andrea Rothkopf und ILE-Geschäftsführer Klaus Repper erklären: Das „Heimatviertel“ geht an den Start.

Unter diesem Begriff soll es gelingen, alle Gemeinden und Bürger der ILE mitzunehmen, alle darin enthaltenen Regionen gleichwertig zu setzen und den Begriff als Marke zu etablieren. „Heimatviertel“ soll dabei ein Dachbegriff werden, der kein Pendant etwa zum Mühlviertel darstellen soll, sondern vielmehr mit einem Stadtviertel oder einem Bezirk vergleichbar sei, in dem man daheim ist. Ein Dachbegriff für Heimat, der aber nicht für das typische Heimatrauschen stehen soll, sondern die Modernität und Fortschrittlichkeit der Region transportieren soll. „Wir müssen uns nicht hinter einer Stadt verstecken. Der moderne Lebensstil, das ist eigentlich das, was wir hier haben: Nämlich der Spagat zwischen Natur, Kultur und moderner Zukunft“, so Andrea Rothkopf. „Wir wollen unsere Identität transportieren, die vielleicht manchmal etwas rauer ist, nicht hochpoliert, aber dafür gleichzeitig echt und modern.“

Die Zielsetzung ist klar: Unter dem Begriff „Heimatviertel“ sollen regionale Produkte und Produzenten vernetzt und ins Scheinwerferlicht gestellt werden. Mittelfristig wäre ein zentraler Vermarktungsort ein Etappenziel, welches sich allerdings noch in der Konzeptionierungsphase befindet. Auch im touristischen Bereich soll gemeinsam mit allen Akteuren geprüft werden, wo noch Luft nach oben ist.

Als erste gemeinsame Maßnahme ist hier die Professionalisierung des Wanderwegenetzes bereits im vollen Gange. Mit dem Amt für ländliche Entwicklung als Hauptfördergeber sollen künftig immer mehrere Maßnahmen parallel laufen. „Derzeit wachsen unter dem Begriff Heimatviertel so viele Ideen, die Entwicklung ist wahnsinnig dynamisch. Wir wollen mit Vollgas loslegen“, so Klaus Repper. Mit dem momentanen Trend zu Regionalität und Vor-Ort-Kaufen trifft das Heimatviertel definitiv den Zeitgeist. 

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PNP vom 19.10.2020 / Petra Uhrmann