Gemeinderatsitzung im Oktober 2019

In den letzten Jahren hatte die Gemeinde zeitweise Probleme mit der gemeindlichen Wasserversorgung, da bei Trockenheit das Wasserdargebot nicht reichte. Nun will die Gemeinde Nägel mit Köpfen und die Wasserversorgung krisensicher machen. Dafür hat das Planungsbüro Beer aus Deggendorf zwei Varianten erarbeitet. In der jüngsten Sitzung stellte Hans Beer dem Gemeinderat in Anwesenheit von Vertretern des WWA, von Waldwasser und der Asklepios-Klinik die Planungen vor.

Variante I wäre eine Leitung vom Hochbehälter Rohrstetten über das Ortsnetz der Gemeinde Lalling bis zur vor zwei Jahren verlegten Notleitung bei Stritzling. Diese Variante ist nicht förderfähig und birgt für die Zukunft erhebliche Unterhaltskosten. Die Variante II beinhaltet den Bau einer Verbundleitung vom Waldwasserhochbehälter Thannberg zum Hochbehälter Obernberg der Gemeinde. Dazwischen ist eine Pumpstation notwendig. In Obernberg ist der Bau eines neuen, größeren Hochbehälters vorgesehen. Diese Variante ist zwar wesentlich teurer als die Variante I, ist aber förderfähig wie Max Stingl vom WWA bestätigte. Die staatliche Förderung auch für einen Hochbehälter ergibt sich, da eine umfassende Wasserversorgung über die Stadtwerke Deggendorf nicht mehr garantiert ist. Hermann Gruber, Geschäftsführer von „Waldwasser“ teilte mit, dass der Zweckverband vorbehaltlich einer Entscheidung des Vorstandes die Hälfte der Baukosten des neuen Hochbehälters in Obernberg übernimmt. Außerdem bietet der Zweckverband an, nach 12 Jahren den Hochbehälter in das Eigentum von Waldwasser zu überführen. Außerdem will der Zweckverband in diesem Fall die Unterhaltungs- und Stromkosten für die Pumpstation zwischen Thannberg und Obernberg übernehmen. Voraussetzung für das Angebot ist, dass mehrere Gemeinde Waldwasser abnehmen. Dies ist gewährleistet, da außer dem Gemeindebereich auch Ortschaften des Marktes Hengersberg und der Gemeinde Auerbach über den Hochbehälter Obernberg mit Wasser versorgt werden. Deren Anteil an den Baukosten wird nach den Wasserbezugsmengen berechnet. Ferner möchte sich ggf. auch die Asklepios-Klinik Hausstein beteiligen. Wie Geschäftsführer Daniel Weiß den Räten mitteilte, ist noch nicht entschieden, ob die eigene Anlage saniert wird oder der Wasserbezug der Klinik über die Gemeinde erfolgen soll. Sollte diese Lösung gewählt werden, ist ein Notstromaggregat bei der Pumpstation nördlich von Nadling zweckmäßig, das als Bestandteil der öffentlichen Anlage betrachtet werden könnte. Eine Entscheidung ist noch nicht gefallen, da vorab die jeweiligen Kosten bekannt sein sollen. Momentan gibt es nur die Kostenschätzung auf dem Preisniveau 2019.

Nach ausgiebiger Diskussion entschied der Gemeinderat einmütig, die Variante II als künftige Versorgung für die Gemeinden und die Klinik ausplanen zu lassen. Die Klinik wird bei gewünschtem Anschluss mittels einer Sondervereinbarung ebenfalls nach der Verbrauchsmenge an der Finanzierung der Baukosten beteiligt. Eine nachträgliche Aufnahme der Klinik ins Satzungsgebiet wird nach Abschluss der Baumaßnahmen sowie der Finanzierung angeboten, wenn die Klinik einen entsprechenden Antrag stellt. Bei Abschluss der Sondervereinbarung soll dies bereits berücksichtigt werden.

 

Das Planungsbüro Architekturschmiede Oswald (Kirchdorf) stellte den Räten den Planungsentwurf mit Alternativen für das „List-Areal“ vor. Die Räte kamen überein, die aktuelle Planung mit der Regierung von Niederbayern abzustimmen und die mögliche Förderung abzuklären. vgl

 

Text: Schröck