Bürgerversammlung Schaufling 2019

Im letzten Jahr hat die Gemeinde wieder kräftig investiert. Dies war dem Rechenschaftsbericht von Bürgermeister Robert Bauer in der gut besuchten Bürgerversammlung im Gasthaus List zu entnehmen. Größere Maßnahmen waren der Anschluss von Ensmannsberg an die gemeindliche Wasserversorgung als letzter noch förderfähiger Bauabschnitt. Der Staatszuschuss wird heuer ausbezahlt. Die Gemeinde war bis zuletzt bestrebt, alle Ortschaften an das Gemeindenetz anzuschließen. Jetzt sind 99 Prozent des Gemeindegebietes versorgt. Wegen der lang anhaltenden Trockenheit kam es im Spätherbst 2018 zu großen Problemen bei der Wasserversorgung, die die Verlegung einer Notleitung von Stritzling nach Ensbach notwendig machte. Dank gebühre der Nachbargemeinde Lalling sowie zwei Grundstückseigentümern in Woiding und Ensbach.

Eine Mammutaufgabe für die Gemeinde ist der Breitbandausbau. Die Kommune wolle die bestmögliche Ausschöpfung der zugesagten Fördermittel. 2017 konnte aus eigenen Mitteln das List-Anwesen erworben werden. Für die Umgestaltung der Dorfmitte will die Gemeinde Fördermittel beantragen. Dafür ist ein ISEK notwendig, dass 2018 erstellt wurde. Für die Projektplanung wurde eine Arbeitsgruppe gebildet, in der alle politischen Gruppierungen im Gemeinderat vertreten sind. Zur Optimierung des Winterdienstes erhielt der Bauhof Salzsilos. Bauer lobte sein engagiertes und zuverlässiges Bauhofteam. Dies wurde beim Winterdienst wieder bewiesen. Die Biber bereiten nach wie vor Probleme, kosten der Gemeinde für Zeit und Geld. Seit 2016 hat die Gemeinde mit Franz Zacher jun. einen eigenen Biberberater. Die Übernachtungszahlen in Gemeinde und Region blieben konstant. Unter der Dachmarke „Lallinger Winkel“ erfolge die touristische Zusammenarbeit mit den Gemeinden Hunding und Lalling. Der neue überregionale Mountain-Bike-Trail des Tourismusverbandes Ostbayern führe durch die Gemeinde. Die derzeit zehn Mitwirkenden des Wander- und Tourismusstammtisches Schaufling bemühen sich zusammen mit der Tourist-Info Lalling die Gegend noch mehr ins Bewusstsein zu rücken. Als Beispiel nannte der Bürgermeister das Angebot an geführten Wanderungen.

Den Kindergarten besuchen derzeit 63 Kinder, davon elf die Kinderkrippe. Gegenüber dem Vorjahr hat sich die Auslastung sogar noch verbessert. Bauer dankte dem Ortscaritasverband, dem Kindergartenpersonal und dem Elternbeirat. Lob gab es auch für die rührige Mutter-Kind-Gruppe und für den Einsatz der 15 ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen der Gemeindebücherei.

52 Schüler aus der Gemeinde besuchen die Grundschule Lalling, die seit dem Schuljahresbeginn mit Helmut Habereder einen neuen Schulleiter hat. Mit dem vom Kulturministerium zuerkannten Modus-Status wird das hohe qualitative Arbeitsniveau der Schule gewürdigt. Die Schule kann dadurch zusätzliche Lehrerstunden generieren. Die Mittelschule Hengersberg wird von 17 Schülern aus der Gemeinde besucht. Mehrere Schüler besuchten die Grundschulen Hengersberg und Mietraching sowie die Mittelschule Theodor-Heuss in Deggendorf. Bauer dankte den ehrenamtlichen Schulweghelfern. Die würden sich über weitere Mitarbeiter freuen.

Die Einwohnerzahl von derzeit 1534 ist erneut gegenüber dem Vorjahr gestiegen. 2018 wurden 13 Geburten, 15 Eheschließungen und 12 Sterbefälle registriert. In 12 Gemeinderatssitzungen wurden 105 Beschlüsse gefasst, davon 103 einstimmig. Zugestimmt wurde ferner 23 Baugesuchen.

Robert Bauer informierte bei der Bürgerversammlung

In seinem Ausblick auf 2019 nannte der Bürgermeister das Vorgehen beim ehemaligen List-Anwesen. Die Projektplanung wurde vergeben. Sie wird in regelmäßigen Abständen mit der Gemeinderatsarbeitsgruppe besprochen und abgestimmt. Die Ergebnisse aus dem ISEK werden in den Raumbedarfsplan eingearbeitet. Die Umsetzung der Planung für die neue Dorfmitte ist abhängig von den möglichen Staatszuschüssen. Ziel ist die Fertigstellung der Planung und die Abklärung mit der Regierung, um einen Baugebinn 2020 zu ermöglichen. Erste Abbrucharbeiten sind für heuer angedacht. Die gemeindliche Wasserversorgung wird wahrscheinlich an das Waldwassernetz angeschlossen (DZ berichtete). Der DSL-Ausbau wird weiter betrieben. Geplant ist die Sanierung von Gemeindestraßen und des Forstwirtschaftsweges „Nadlinger Bergweg“. Für den Bauhof ist der Kauf eines Unimogs als Ersatzbeschaffung und der Kauf eines Minibaggers angedacht. Die zunehmende Auslastung macht eine Kindergartenerweiterung notwendig. Erste Planentwürfe wurden bereits erstellt. Dringend notwendig wäre Bauland zu angemessenen Preisen, damit sich die Gemeinde weiterentwickeln kann. Robert Bauer appellierte an die Grundstückseigentümer, mögliches Bauland an die Gemeinde zu veräußern.

Die Bürgerschaft ist mit der Arbeit des Bürgermeisters und des Gemeinderates zufrieden. Zur Bürgerversammlung gab es weder schriftliche Anträge, noch wurden mündliche Anfragen gestellt.

 

Text und Foto: Schröck