Ein 19-jähriger Grafenauer hat eine Variante des Modegetränks kreiert.

 „Regionale Produkte werden oft veraltet vermarktet“, findet Levin Epp, der eine Ausbildung zum Assistenten für Hotel- und Tourismusmanagement an der Berufsfachschule HOT in Grafenau macht. Doch für ihn haben Lebensmittel aus der Gegend nichts Biederes. Im Gegenteil. Und so hat der 19-Jährige Tradition und Moderne zusammengebracht – und das taiwanesische Trendgetränk Bubble Tea (oder Perlenmilchtee) mit Apfelsaft aus Lalling entwickelt. 

Aber der Reihe nach. Derzeit macht Epp im Rahmen seiner Ausbildung ein sechswöchiges Praktikum bei einem Büro für Regionalentwicklung in Grafenau. Das betreut unter anderem die ILE Sonnenwald mit der Marke „Heimatviertel“, heißt es in einer Pressemitteilung. Das „Heimatviertel“ vernetzt Produzenten aus der Region und bewirbt deren Waren, erklärt Epp. Er habe sich sofort für den Zusammenschluss interessiert und die Aufgabe bekommen, sich ein neues Produkt für diesen auszudenken. 

Weil der junge Mann ein „sehr großer Fan“ von Bubble Tea ist, wollte er ein solches Getränk mit regionalen Zutaten entwickeln. Seine Chefin fand den Vorschlag gut und leitete ihm Kontaktdaten von Produzenten aus der Region weiter. Dann bestellte man zusammen die Zutaten und Epp war auch schon mitten im „Rumexperimentieren“. 

Eins stand von vorne herein fest: Die Grundzutaten Schwarztee, Milch und Tapioka-Perlen müssen rein in den Tee. Bei Letzteren handelt es sich um essbare, meist durchsichtige Kugeln, die aus der Maniokwurzel hergestellt werden. Die kleinen Kugeln hat der Azubi „für einen extra Geschmack“ mit dem Apfelsaft aus der Region mariniert. Abgerundet wird der Bubble Tea made in Bayerwald mit einem Schluck Lallinger Apfelsaft. Neben dem Saft kommt auch die Milch aus der Gegend. Wer mag, kann das Mischgetränk mit Zucker oder Honig noch zusätzlich süßen. 

Bis dieses Rezept feststand, brauchte es einige Runden. Aber schon die ersten Versuche seien „tatsächlich gut“ gewesen, sagt der 19-Jährige. Das überraschte ihn selbst. Er habe anfangs Angst gehabt, dass sein Getränk schlecht schmecken könnte. Dem war nicht so. Der neu interpretierte Trend-Tee überzeugte seine Chefin und Klaus Repper, Geschäftsführer der ILE Sonnenwald. Die beiden kamen vermutlich auch in den Genuss der alkoholischen Variante, bei der ein Obstler nicht fehlen darf. Auch die Teesorten als Basis könne man beim Bubble Tea variieren, so Epp. Für ihn ist sein nicht-alkoholisches Getränk „eine coole Abkühlung“ an heißen Tagen. Eiswürfel würden ihm einen „verspielten Charakter“ verleihen. 

Aber wo kann man den Bubble Tea made in Bayerwald probieren? „Wir wissen noch nicht, wie wir ihn vermarkten“, sagt Epp, der auch noch nach einem Namen für sein Produkt sucht. Denkbar sei zum Beispiel, dass der Perlenmilchtee an Ständen des Heimatviertels oder auf Volksfesten angeboten werde – also dort, wo ein modernes Getränk mit Tradition hingehört. 

Text aus PNP vom 31.05.2022vVon Sonja Schumergruber 

Probieren das taiwanesische Trendgetränk Bubble Tea mit regionalem Apfelsaft: der 19-jährige Schöpfer Levin Epp aus Grafenau (rechts) und Klaus Repper, Geschäftsführer der ILE Sonnenwald.

 − Foto: AR 

Schriftgröße ändern
Kontrast anpassen