50 jähriges Priesterjubiläum von Pfarrer Josef Wenig

Vor genau 50 Jahren, am Fest der Apostel Petrus und Paulus, hat Pfarrer Josef Wenig die Priesterweihe im Passauer Dom von Bischof Antonius Hofmann empfangen. Dies nahm der Pfarrverband Lalling mit den Pfarreien Auerbach, Grattersdorf, Hunding, Lalling, Loh, Roggersing und Schaufling zum Anlass,  dem sehr beliebten Seelsorger Josef Wenig i.R. ein kleines Zeichen der Dankbarkeit und Wertschätzung zu zeigen, indem ein kleines Fest gefeiert wurde. Die Kirche in Schaufling war festlich geschmückt und eine Augenweide, denn die Kirchenschmückerin Christine Schober hat wieder Tolles geleistet und u.a. den Primizspruch mit Blumen und Efeu umrandet, die Zahl 50 geflochten und verziert.

Den Primizspruch hat Regina Grafenauer mit Kreuzstichen auf eine Tafel gestickt. Dieser lautete:  „Wer unter euch Erster sein will, werde euer Diener. Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen um bedient zu werden, sondern um zu dienen“.

Das Fest begann mit einem festlichen Gottesdienst, den an der Orgel Stefan Eichinger musikalisch umrahmte und Pfarrer Philipp Höppler, Pfarrvikar Yohan Injumala und Josef Wenig gemeinsam zelebrierten. Auch Pfarrer Konrad Bittmann und Pfarrer Lorenz Rauschecker, Pastoralreferent Helmut Schiermeier, Pastoralreferent Torsten Maier und Klinikseelsorgerin Maria Gurtner und die Bürgermeister der Pfarreien waren unter den Gästen.

In der Predigt ging Pfarrer Philipp Höppler auf das Thema „Von Gott auserwählt“ ein. Gott hat mit jedem Menschen einen gewissen Plan vor, wir aber auch einen anderen Weg gehen können, aber je mehr man die Wege Gottes und Gaben erkennt, desto größer ist auch die Wahrscheinlichkeit, glücklich und zufrieden zu sein. Auserwählt im Sinne eines Priesterseins bedeutet bei weitem nicht, überheblich und arrogant zu sein, sondern die vielen Gaben und Talente zu nutzen.

„Gott sei Dank habe ich bei Dir, lieber Josef, niemals auch nur einen Anflug von Arroganz und Überheblichkeit entdecken können, sondern eher das Gefühl, dass Du Dich getreu Deinem Primizspruch als „Diener“ fühltest. Auch hast Du die besondere Gabe, den Menschen zuzuhören und den richtigen Ton zu treffen, vor allem hast Du das Talent, Hoffnung und vor allem auch Witz und Charme zu verbreiten und man spürt Deine  Zufriedenheit, die Du, trotz Deiner Erkrankungen, immer ausstrahlst, kurz gesagt: Du hast eine erfrischende Art und Weise, von der wir uns alle eine gehörige Scheibe abschneiden können“, betonte Pfarrer Höppler in seiner Ansprache von ganzem Herzen.

Pfarrer Höppler bedankte sich auch für das vielfältige Engagement und Einbringen in den heute hier vertretenen Gemeinden und im Pfarrverband als Ratgeber in vielen Punkten. Ein großer Applaus zum Ende der ergreifenden Dankesrede rührte Pfarrer Josef Wenig sichtlich. Zum Abschluss des Gottesdienstes wünschte sich Pfarrer Wenig das Lied „Großer Gott wir loben dich“.

Am Ende lud Pfarrer Philipp Höppler alle Gäste zum Stehempfang ins schattige Freie beim Pfarrheim ein, wo die Pfarrgemeinderäte und Kirchenverwaltung Sitz- und Stehgelegenheit geschaffen hatten. Alle Gemeinden beteiligten sich mit köstlichem Häppchenteller an der Ausrichtung für das leibliche Wohl.  Ganz viele Wegbegleiter aus seinen verschiedenen Pfarreien und Wirkungskreis waren gekommen und gratulierten ihm persönlich.

Als Höhepunkt gab es im Pfarrsaal eine Film/PowerPoint Präsentation über das 50 jährige Priesterjubiläum. Maria Grafenauer hat in liebevoller Kleinstarbeit und Recherchen eine tolle Illustration mit verschiedensten Zeitungsausschnitten und Bilder zusammengestellt. So wurden auch die einzelnen Sakristeitüren mit den Pfarrhöfen fotografiert. Am 01.09.1969 hat Pfarrer Wenig in seiner Heimatpfarrei zum 1. Mal gepredigt. In der Zeitung stand dann zu lesen: „Guad hod a predigt, aus dem wird wos.“ Pfarrer Wenig hat in seinem Wirken vor allem die Leute zur Mitarbeit und Miteinander aufgefordert, was dankbar angenommen wurde.

Als kleines Präsent wurde auch ein Füllhorn mit einem Gedicht überreicht:

„Dankschee fia dein Hilf, dein Werka,
fias Handhoitn und Rückenstärka,
fias Zeithobn und „Passt scho“ sogn,
fia s miteinand Verantwortung trogn.
Was wär des Leben ohne Leut wie di?
Ganz schee finsta, des des glauben iatz mia.
Ned fia ois, wos am End zähd,
Kriagt ma irgendwann a Geld,
drum nutz mia iatz de kloana Zeit
und song von Herzen „Dankschee“ heit.“

Man spürte den ganzen Abend die Freude und Dankbarkeit, die von Pfarrer Josef Wenig Wirken ausging und noch immer die Mitmenschen berührt. Bis spät in die Nacht wurde in der lauen Sommernacht noch geredet, gelacht und gefeiert. So stellt man sich gelebtes Miteinander vor.

Bilder und Text: Mariele Berndl

Werdegang von Pfarrer Josef Wenig

§  Geboren am 01.04.1942 in Zwiesel, ließ sich Josef Wenig am 29.06.1969 mit 27 Jahren zum Priester weihen. Am 04.11.1969 trat er die Kaplanstelle in Hofkirchen an. Ab 01.11.1970 war er Kaplan in Tittling, anschließend ab 01.08.1979 Titularpfarrer in Tittling. Ab 01.09.1980 wirkte er in Neukirchen vorm Wald.
§  Vom 01.09.1995 bis August 2009 war er Pfarrer im Pfarrverband Grattersdorf-Auerbach und der Filialkirche Roggersing. 2006 kam noch durch die Umpfarrung die Filialkirche Loh hinzu. In dieser Zeit hat er das Leben in Pfarrei und Gemeinde maßgeblich mitgeprägt.
§  Im Dezember 1997 wurde er zum Bischöflichen Geistlichen Rat ernannt.
§  Vorsitzender des Ortscaritasverbandes Grattersdorf war er von Dezember 1995 bis Januar 2010.
§  Mit Beschluss vom 28. Juli 2009 verlieh ihm die Gemeinde Grattersdorf die Bürgermedaille.
§  Am 01.09.2009 ging Pfarrer Josef Wenig in den Ruhestand, den er im Pfarrhof Schaufling verlebt.

Text: Berndl
Text Werdegang: Dittrich-Heering (Quelle: Heimatbuch Grattersdorf)