Neu-Eröffnung Tierheim Plattling-Tabertshausen

„Ein traumhaft schöner Tag nach Berg- und Talfahrten“  – Tierheim an der B8 nach Betriebsbeginn im Januar 2017 nun offiziell eingeweiht und eröffnet –
Es trägt fortan den Namen „Toni-Fink-Haus“

Bereits 1000 Tieren haben die Angestellten und Ehrenamtlichen im Tierheim an der B8 seit Betriebsbeginn im Januar 2017  geholfen.  Da war schon alles dabei:  Von Mäusen  über eine  Giraffe am ersten April bis hin zu  illegal ins Land transportierte Welpen. Für Samstag  hatte der Tierschutzverein Deggendorf und Umgebung zur offiziellen Einweihungsfeier geladen. Dabei enthüllten die Verantwortlichen ein  neues Logo und gaben bekannt, dass das Tierheim ab sofort den Namen „Toni-Fink-Haus“ tragen soll. Diakon Sebastian Nüßl erteilte den Segen.

Unzählige Freiwillige unterstützen das Team ständig, kaufen ein, streicheln Katzen und  gehen mit Hunden Gassi. Ohne diesen ehrenamtlichen Einsatz wäre die Fülle an Aufgaben kaum zu schaffen. Und auch ohne Spenden nicht, betonten die  Redner bei der Feier. Zu den finanziellen Unterstützern gehört insbesondere Toni Fink.  Das  jahrelange Engagement und  die  Tierliebe des Deggendorfers wurden nun in einem neuen Logo verewigt: Neben Hund, Katze und Hase zeigt es einen  fröhlichen Finken mit ausgestreckten Schwingen. Das Gebäude wurde ebenfalls nach ihm benannt.   Die Vorstandschaft bedankte sich auch bei allen Firmen, die  für den Neubau des Tierheims Preisnachlässe gegeben,   bei Rechtsfragen unterstützt oder Zimmerpartnerschaften übernommen haben.

Für den stellvertretenden Landrat Roman Fischer  stehen   die Aktiven des Tierheims an erster Stelle, denn sie begleiten „die Tiere mit Herzblut“.   Als Herrchen seines  Hundes „Coco“ wisse er   genau, wie viel Liebe ein Mensch von seinem tierischen Freund zurückbekommen kann.  „Die Sach’ ist es mir wert. Ich bin Mitglied!“, sagte er und übergab ein symbolisches Geschenk: eine große Packung Leckerlis und einen  Sack Hundefutter.

Wer  durch die  Räume des Tierheims geht,   versteht, weshalb Renate Seidl, Vizepräsidentin des Deutschen Tierschutzbundes,  betonte, dass sich die Tiere dort wohlfühlten: Helle Räume, wo sie gebraucht würden, einfach  zu reinigende Tierzimmer und dank  Möbelspenden könnten sich Tiere die Erinnerung an ein Zuhause mit Herrchen und Frauchen erhalten. Ein alter Wohnzimmerschrank dient zum Beispiel als Wohndomizil für Ratten.

Jürgen Roith, Kreisverbandsvorsitzender des Bayerischen Gemeindetags, rekapitulierte   die Entstehungsgeschichte des   Tierheims. Er berichtete von den Hürden bei der Standortfindung, wie schwierig es anfangs gewesen sei, überhaupt jemanden von der Neuerrichtung zu überzeugen. Nach unzähligen Gesprächen über Jahre hinweg habe man   endlich von allen Kommunen des Landkreises die Zusage dafür erhalten. Die Umsetzung sei von da an sehr gut unterstützt worden.  Roith habe „ehrlichgesagt nie gedacht, dass wir so weit kommen“, aber Ilona Wojahn, die bis vor Kurzem das Heim ehrenamtlich geleitet hat, habe ihn mit  ihrer positiven Denkweise überzeugt.

Roith sprach außerdem den Moment an, als Peter Erl   staatliche Fördergelder für Tierheime forderte. Mit Kultusminister Bernd Sibler organisierten sie   Gespräche, die in ein positives Ergebnis mündeten: im Doppelhaushalt 2019/2020 würden nun zwei  Millionen  Euro für  bayerische Tierheime bereitstehen. Damit habe man eine „Tür aufgestoßen“, bekräftigte Roith.

Die tatkräftige Unterstützung von  Ilona Wojahn  wird das Vorstandsteam wohl nie vergessen. Für Wojahn ist die offizielle Eröffnung   ein „traumhaft schöner Tag“, denn die arbeitsreichen und stressigen Monate mit „Berg- und Talfahrten“ seien  nun zumindest vorerst zu Ende. Ein trauriges Zeichen sei es jedoch, wenn  immer mehr Tierheime benötigt werden. Tierschutz fühle sich  oft an wie ein endloser Kampf gegen Mühlen. Wojahn ermahnte die Besucher, die Vernichtung von Tieren und deren Lebensräumen sei quasi Selbstmord auf Raten.  Die unzähligen heimatlosen Haustiere und die Tiere aus „Gebärfabriken“, komplett vernachlässigt und verwahrlost, gehörten zu den  vielen Gründen, warum Wojahn sich beinahe Tag und Nacht mit der Vorstandschaft und allen Beteiligten um die Errichtung des neuen Heims  kümmerte.  Im Namen des Tierschutzbundes Bayern verlieh Wojahn in ihrer Funktion als Vizepräsidenten   die Tierschutzplakette.

Das Tierheim vor den Toren Plattlings ist nun fast fertig, lediglich Kleinigkeiten fehlen noch, voll funktionsfähig sind sie, wie die PZ in der Vergangenheit bereits ausführlich berichtet hat.

Ein weiteres Projekt des Tierschutzvereins ist die Jugendgruppe. Kinder zwischen zehn und 14 Jahren treffen sich einmal im Monat. Auch Schulklassen erhalten Führungen durch die Einrichtung, denn für Vorstandsmitglied Barbara Mader und ihr Team ist die Aufklärung und Sensibilisierung   sehr wichtig – in der Hoffnung, dass dadurch die ansteigende Notwendigkeit von Tierheimen verringert werden kann.

Text und Foto: Holzapfel