ISEK-Auftaktveranstaltung im Gasthaus List

Die Gemeinde Schaufling hat das Büro „SO+ Architektur und Landschaft“ aus Osterhofen mit der Erstellung eines sogenannten „integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzeptes“ – kurz  „ISEK“ – beauftragt. Dieses Entwicklungskonzept, bzw. die Aufstellung eines ISEK, ist zwingende Voraussetzung für die Beantragung und Zuteilung von staatlichen Zuschüssen aus den Programmen der Städtebauförderung. Zum anderen soll das Konzept für die Zukunft als fortwährender Leitfaden für die weitere Entwicklung des Heimatortes dienen. Es werden dabei verschiedenste Bereiche betrachtet welche sich in vier Themenschwerpunkte untergliedern. Unter anderem wird dabei mittelfristig auch die weitere Entwicklung des ehemaligen „List-Anwesen“ ein maßgeblicher Bestandteil dieser Konzeptentwicklung sein.

Eröffnung und Begrüßung
Zur gut besuchten Informationsveranstaltung im fast vollen Saal des Gasthauses List konnte Bürgermeister Robert Bauer Altbürgermeister und Ehrenbürger Hermann Hackl, die Bürgermedaillenträger Sigurd Wagner und Georg Klarl, Pfarrer Philipp Höppler, Vorsitzende der Vereine und Verbände, die Gemeinderäte, den Leiter der Verwaltungsgemeinschaft Manfred Hunger, Frau Fuchs und Frau Klampfl von der Tourist-Info Lallinger Winkel, die Bürgermeisterkollegen Josef Streicher aus Lalling und Alfons Gramalla aus Grattersdorf sowie die Architekten Jochen Seidl und Andreas Ortner vom Architekturbüro SO+ begrüßen. Er freute sich über das große Interesse an der ganz wichtigen Sache. „Wie es denn vor allem mit dem Gasthaus weitergehe, so stellte der Gemeindechef fest, wird wohl für die meisten die brennendste Frage sein“. Leider kann man hierauf zum aktuellen Zeitpunkt noch keine genauen Aussagen machen, denn vorher müssen noch viele „Hausaufgaben“ erledigt werden“, so der Bürgermeister.

Bürgermeister Robert Bauer, Architekt Jochen Seidl, Landschaftsarchitekt Andreas Ortner (li – re)

Was bedeutet „ISEK“ für Schaufling?
Bevor etwaige Detailplanungen zu verschiedenen Bereichen in Angriff genommen werden können, gilt es als vernünftige Grundlage ein ISEK auszuarbeiten. „Um langfristig das gesellschaftliche Leben in dem hohen Maße, in welchem wir es gewöhnt sind und es auch brauchen, um als Ort weiterhin existieren zu können aufrecht zu erhalten, ist es wichtig als Gemeinde und Gemeinschaft zusammen die besten Voraussetzungen zu schaffen“, betonte Robert Bauer in seiner Einführung. Von Seiten des Geldgebers ist die Erstellung eines derartigen Konzeptes daher seit einiger Zeit ein bewährtes Werkzeug. Da dabei zum einen der Fokus nicht nur primär auf ein Objekt gerichtet wird. Es bezieht sich grundlegend auf einen bestimmten Geltungsbereich, welcher die Ortsmitte im Gesamten umfasst. Dabei werden dann u. a. diverse Möglichkeiten und verschiedenste Optionen für diesen Bereich ins Auge genommen wird. Zum anderen hat sich die Miteinbeziehung der Bürgerschaft bei derart wichtigen Vorhaben als langfristig erfolgreich bewährt. Bauer unterstrich diese Info mit der Aussage, das er es als absolut wichtig und richtig findet, hier jedem die Möglichkeit bieten zu können an der Entwicklung der Heimat aktiv mitzuarbeiten und dabei seine Gedanken, Ideen, Anregungen und Vorschläge miteinzubringen. Da in der Vergangenheit manche Einzel-Projekte oft zu schnell, zu unüberlegt und vielfach auch an den allgemeinen Bedürfnissen der Bevölkerung vorbei umgesetzt wurden, ist daher die Erstellung eines ISEK nun auch Grundvoraussetzung für die Zuteilung von Fördermitteln im Rahmen der Städtebauförderung.

Planung und Ablauf
Die wesentlichen Fragen welche sich alle Bürgerinnen und Bürger dabei stellen sollten sind: „Was brauchen wir um für die Zukunft von Schaufling gut ausgerüstet zu sein? Was wollen wir um für die Zukunft von Schaufling gut ausgerüstet zu sein?“  Abschließend zur Einführung stellte der Bürgermeister noch fest, je fleißiger und aktiver man bei der Erstellung des ISEK vorgeht, umso schneller können auch diverse sich daraus entwickelnde „Impuls-Projekte“ wie beispielsweise die weiteren Schritte in Sachen „List-Anwesen“, in eine etwaige Detail-Planungsphase gehen.

Die Architekten Seidl und Ortner stellten dann das Konzept anhand einer Power-Point-Präsentation vor. Der Ablauf eines ISEK besteht aus 5 Schritten: 1. Bestandsanalyse, 2. Stärken-Schwächen-Analyse, 3. Zielsystem und Handlungsfelder, 4. Maßnahmenkonzept und Rahmenplan, 5. Durchführungskonzept.

Pfarrer Höppler (mit rotem Schal) schreibt auf Pinn-Wand

Auf Schautafeln wurden die vier Themenbereiche/Dialogecken (1. Städtebau, Architektur, Ortsbild – 2. Einzelhandel, Wirtschaft, Dienstleistung – 3. Verkehr, Tourismus – 4. Demografie, Soziales, Kultur, Freizeit) aufgezeichnet mit der jeweiligen Frage: „Was gefällt mir in Schaufling?  Und: „Was gefällt mir nicht?“. Hier waren die anwesenden Bürger aufgefordert, ihre Meinungen aufzuschreiben. Wer sich aber Gedanken darüber in aller Ruhe machen möchte, für den gibt es die Möglichkeit die Blätter „Dialogecken“ im Kleinformat ab sofort auch  in der Gemeindekanzlei zu beziehen.

Wie geht’s weiter?
Als weiteres Vorgehen ist die Bildung von Arbeitskreisen erforderlich, welche sich dann in vier Work-Shops zur weiteren Ausarbeitung des ISEK treffen. Auch hier konnten sich die Bürger schon in Listen eintragen, wer bei den vier Bereichen in Work-Shops mitarbeiten will. „Gerne können sich bis zum Stattfinden des ersten Work-Shops auch nach der heutigen Auftaktveranstaltung noch jederzeit interessierte Mitbürgerinnen und Mitbürger bei Bürgermeister oder Verwaltung melden, wenn sie Lust haben aktiv bei der Konzeptausarbeitung für die Zukunft von Schaufling mit dabei zu sein“, so die Aufforderung von Robert Bauer. „Einfach Bescheid geben!“

Bürgermeister Robert Bauer bedankte sich bei allen Anwesenden für das rege Interesse und betonte, dass jetzt Eigeninitiative und Sammlung von Ideen gefragt ist. Es würde ihn freuen wenn sich die Bürgerschaft aktiv an der Weiterentwicklung beteiligt, damit gemeinsam was Gutes für alle entstehen kann. Auf einer Infoseite der Präsentation war auch zu lesen: “Schaufling ist mehr als eine Ansammlung von Häusern. Schaufling setzt sich aus unterschiedlichen Strukturen und Elementen zusammen: Menschen, die Dorfbewohner, Gebäude und Höfe, Umgebung, der Bayerische Wald, Dörfliche Freiflächen und Grünstrukturen, Nutzung und Interaktionen. Dieses Zusammenspiel macht Schaufling aus.“