Arbeitstreffen der ILE Sonnenwald in Schöllnach

In der Arbeitssitzung im Januar in Schaufling mit einem einstimmigen Beschluss auf den Weg gebracht, stellte die ILE Sonnenwald in der Zusammenkunft in dieser Woche in der Firma Megatech im Schöllnacher Gewerbepark Leutzing ihr Kernwegenetz vor, das von Christine Huber, zuständig für Agrar- und Umweltplanung an der BBV LandSiedlung GmbH mit Sitz in Eggenfelden-Gern, offiziell übergeben wurde. ILE-Vorsitzender Bürgermeister Leopold Ritzinger (Zenting) verknüpfte die Übergabe mit einer klaren Botschaft an die Bayerische Staatsregierung, in diesem Fall an den Finanzminister. „Jetzt muss der Freistaat Bayern auch entsprechende Finanzmittel in den Haushalt einstellen, um die Umsetzung des Kernwegenetzes voranzubringen. Alles andere wäre eine Augenwischerei und ein Betrug an der Gesellschaft“, sagte der ILE-Chef von zehn Gemeinden.

Der 15. Sitzung der Arbeitsgemeinschaft ging eine Besichtigung der Megatech (IT & Telecom Solutions) voraus. Die Führung übernahm Managing Direktor Rigobert Kühn, ein gebürtiger Schöllnacher. Von den zehn Gemeindevertretern, die der Integrierten Ländlichen Entwicklung (ILE) Sonnenwald angehören, waren neun Kommunen mit den jeweiligen Geschäftsstellenleitern in die innovative Firma nach Schöllnach gekommen. ILE-Vorsitzender Bürgermeister Leopold Ritzinger hieß auch Andrea Rothkopf (externe Begleitung), Christine Huber (BBV) und Michael Kreiner, den Leiter für Land- und Dorfentwicklung vom ALE-Amt für Niederbayern (Sitz Landau a.d.Isar), willkommen. Krankheitsbedingt musste Prof. Dr. Konrad Schindlbeck (TH Deggendorf) absagen.

Den Part des Professors übernahm Bürgermeister Leopold Ritzinger, der sich mit den Kollegen, den Geschäftsleitern und externen Begleitern über den Stand der „Handlungsfelder“ Verwaltung, Wirtschaft (insbesondere ILE-Gewerbegebiete) und Regionalbewusstsein austauschte.

HF Verwaltung: Die Diskussionsbeiträge kreisten um die Handlungsfähigkeit einer Gemeinde, um die Bedienung externer Lösungen, um Überlegungen für gemeinsame Einkäufe, die Zusammenarbeit von gemeindlichen Bauhöfen, den Einsatz von qualifizierten Leuten zum Thema Trinkwasserversorgung, um die Neuaufteilung von Verwaltungsfunktionen (zum Beispiel die Zusammenlegung kostspieliger Standesämter), um jährliche Sicherheitsprüfungen und auch um die Kontrolle von Hundehaltungen. „Da gibt’s nix anderes, als die Hundesteuer raufzusetzen. In unserer Gemeinde ist jeder Hund angemeldet“, empfahl Bürgermeister Gerhard Straßer (Auerbach) der Kollegenschaft.

Sorgen macht den Bürgermeistern und den Verwaltungsleuten auch die „Entsorgung belastender Böden.“ Während „normales Erdreich“ nur geringfügig entlohnt werde, floriere das Geschäft mit „Klärschlamm oder belastendem Material immer besser, weil finanziell mehr rausschaut“, sagte ein Bürgermeister.

Und wie schaut es für eine mögliche Zusammenarbeit oder einem gemeinsamen Einkauf von Geräten für die Bauhöfe aus? Die Anschaffung einer „Mähraupe“ (Binnengewässer und Hänge), die aktuell von drei Gemeinden getätigt worden ist, sei laut Ritzinger „ein erster kleiner Schritt“ für die gegenseitige Annäherung. Schöllnachs Bürgermeister Alois Oswald machte den Kollegen Mut, „denn jeder Bauhof hat einen Spezialisten. Warum sollen wir uns gegenseitig da nicht aushelfen?“

HF Wirtschaft (Gewerbegebiete): Die Mehrheit sprach sich dafür aus, dass ein Gewerbegebiet „nicht extern, sondern in die eigene Hand“ genommen werden soll. „Sonst haben wir jede Menge von Hallen, in denen jeweils drei Leute beschäftigt sind“, warnte ein Bürgermeister. Man sei sich sehr wohl bewusst, „Flächen nicht zu vergeuden.“

HF Regionalbewusstsein: Andrea Rothkopf warb für eine intensive Imagearbeit, die „Bürgern und Unternehmungen“ getragen werden soll. Bürgermeister Alfons Gramalla (Grattersdorf) drängte auf Installierung von einheitlichen Schildern an Einfallstraßen bzw. an den Rathäusern, damit der Bürger sofort erkenne, „dass er sich in einer ILE-Sonnenwaldgemeinde befindet.“ Um die Umsetzung eines „einheitlichen Erscheinungsbildes“ wollen sich die Bürgermeister Alfons Gramalla und Robert Bauer (Schaufling) sowie Geschäftsstellenleiter Johann Sonnleitner (Schöllnach) kümmern.

Christine Huber von der BBV LandSiedlung übergab das fertige Kernwegenetz an die ILE Sonnenwald und informierte über den Sachstand zum Vitalitäts-Check. Mit zwei Gegenstimmen wurde mehrheitlich beschlossen, dass sich die ILE Sonnenwald als „weitere Öko-Modellregion in Bayern“ bewirbt.

Das nächste Arbeitstreffen findet im Oktober in der Gemeinde Außernzell statt. Der ILE Sonnenwald gehören die Gemeinden Auerbach, Außernzell, Grattersdorf, Hunding, Iggensbach, Lalling, Schaufling und Zenting sowie die Märkte Hengersberg und Schöllnach an.

Text: Baier