Große Übung im Rahmen der Brandschutzwoche in Schaufling

252 Einsatzkräfte üben anlässlich der Feuerwehraktionswoche an der Asklepios-Klinik Hausstein

Zu einer einzigartigen einsatzmäßigen Gemeinschaftsübung wurden die umliegenden Feuerwehren anlässlich der diesjährigen Feuerwehraktionswoche zur Asklepios-Klinik nach Hausstein über Funk alarmiert. Assistiert von der „UG ÖEL“, der „Unterstützungsgruppe für die Örtliche Einsatzleitung“ unter der Führung von Helmut Leberfinger, leitete der 1. Kommandant der Feuerwehr Schaufling mit seinem Stellvertreter Alexander Grafenauer den weiträumigen Einsatz:

„Brand im Haus C im 10. Obergeschoß mit mehreren verletzten Personen“, so die Einsatzmeldung an die stufenweise alarmierten Feuerwehreinsatzkräfte und das BRK. Die Anzahl der im betroffenen Stockwerk Vermissten wurde zeitnah von der Klinikleitung mit 31 beziffert. Für die Wasserversorgung standen sowohl Hydranten als auch ein nahe gelegener großer Weiher zur Verfügung.

Nur mit der Bildung von Einsatzabschnitten kann die Abarbeitung eines derartigen Schadensereignisses sinnvoll organisiert werden: Mit den Abschnitten „Brandbekämpfung mit Personenrettung Ost“ und „West“ wurde die eigentliche Einsatzstelle „in die Zange genommen“, „Wasserversorgung“ und „Atemschutzorganisation“, unterstützten dies je nach Einsatzlage und über den „Bereitstellungsraum“ wurden entsprechende Kräfte zugeführt.

Mit insgesamt 252 Einsatzkräften der Feuerwehren aus Schaufling, Lalling, Hunding, Auerbach, Engolling, Roggersing, Grattersdorf-Nabin, Winsing, Oberaign, Hengersberg, Frohnstetten, Greising, Hochdorf und Bischofsmais, die zusammen mit dem BRK mit 26 Einsatzfahrzeugen angerückt waren, waren 21 Atemschutztrupps (je zwei Mann) zur Personenrettung in den verrauchten Räumen im Einsatz. Zahlreiche weitere Einsatzkräfte übernahmen die Verletzten an der „Rauchgrenze“ und transportierten sie teils über Rollstühle, teils über Tragen zur „Verletztensammelstelle“, wo bereits eine Stunde nach Eintreffen der ersten Wehr am Klinikum  alle 31 Verletzten (dargestellt von den Jugendfeuerwehren) registriert werden konnten.

„Liegendtransport“ eines „verletzten“ Jugendfeuerwehrlers mit der Hengersberger Drehleiter aus schwindeligen Höhen, aus einer nicht alltäglichen Perspektive: Ein Kamerad der Feuerwehr Hengersberg betreut den Verletzten während des Transports, bevor weitere Einsatzkräfte ihn zur Verletztensammelstelle verbrachten.

Bei der Schlussbesprechung konnte Übungsleiter Kreisbrandmeister Ludwig Jacob stv. Landrat Josef Färber, die Bürgermeister Robert Bauer mit Stellvertreter Richard Anzenberger (beide Schaufling), Gerhard Straßer (Auerbach) und stv. Bürgermeister Michael Reitberger (Lalling) sowie Klinikleiter Claus Seitz ebenso begrüßen wie Kreisbrandrat Ali Schraufstetter (zum Zeitpunkt der Besprechung bereits zu weiterem Termin unterwegs), Kreisbrandinspektor Bernhard Süß, die Kreisbrandmeister Hans Scheungrab, Stefan Wagner, Sepp Killinger und die Kreisfrauenbeauftragte Martina Held. Ein Dank ging auch an die Gruppe des BRK, zuständig für den Schutz Atemschutzgeräteträger, auch Thomas Kindel vom Landratsamt war während der Übung anwesend.

 

 

Bei der Schlussbesprechung mit 252 beteiligten Einsatzkräften positionierten sich vor dem neuen Einsatzfahrzeug der Unterstützungsgruppe: Kreisbrandinspektor Bernhard Süß (v.l.), stv. Landrat Josef Färber, BGM. Gerhard Straßer (Auerbach), der einsatzleitende Kommandant der FF Schaufling, Benjamin Guntkowska, Übungsleiter KBM Ludwig Jacob, BGM. Robert Bauer, stv. BGM. Richard Anzenberger (beide Schaufling), Kreisjugendwart KBM Hans Scheungrab, KBM Sepp Killinger, KBM Stefan Wagner und Kreisfrauenbeauftragte Martina Held.

Nachdem Kommandant Benjamin Guntkowska als Einsatzleiter den Übungsablauf erläutert hatte, dankte stv. Landrat den zahlreichen Einsatzkräften für ihre Arbeit: „Man kann sich auf die Feuerwehren im Landkreis Deggendorf verlassen“ resümierte er nach zahlreichen Übungen, die er während der Brandschutzwoche besucht hatte: „Ein überaus schwieriges Objekt wurde mit der Klinik ausgesucht und konnte erfolgreich beübt werden“, was auch im hoffentlich nie eintretenden Ernstfall von Vorteil sei. Bürgermeister Robert Bauer lobte die hervorragende Zusammenarbeit der beteiligten Wehren, die damit eindrucksvoll ihre Schlagkraft bewiesen hätten.

Klinikleiter Claus Seitz brachte seine Freude zum Ausdruck, dass die Klinik als Übungsobjekt ausgewählt wurde und lobte auch Mitarbeiter Max Besl, der bei der Übungsvorbereitung die Feuerwehrführungskräfte tatkräftig unterstützt hatte. „Von den 350 Betten in der Klink sind 320 ständig belegt, davon sind rund 15 % Liegendpatienten, ca. 25 % auf den Rollstuhl angewiesen, was im Ernstfall den Verletztentransport erschwert. Er zeigte sich aber „beruhigt“ dank der demonstrierten Schlagkraft der beteiligten Feuerwehren.

Kreisbrandinspektor Bernhard Süß überbrachte die Grüße des Landesverbandsvorsitzenden Alfons Weinzierl, des Innenministers Joachim Herrmann sowie von Staatsminister Marcel Huber von der im Rahmen der Landesfeuerwehrverbandsversammlung in Altötting stattgefundenen Eröffnung der diesjährigen Feuerwehraktionswoche. Getreu dem Motto „Begegnen bewegen bewirken“ warb er um junge Kräfte für die Feuerwehren ebenso wie um „Seiteneinsteiger“: „Jeder, der in Not geratenen Mitbürgern unentgeltlich zu Hilfe eilen möchte, ist bei den Feuerwehren herzlich willkommen, schloss der Kreisbrandinspektor seine Ausführungen.

Klinikleiter Claus Seitz bedankte sich bei allen Beteiligten mit einer Brotzeit und Getränken für den Übungseinsatz, der insbesondere für die Atemschutzgeräteträger an die körperlichen Leistungsgrenzen ging.

Text und Fotos: Bernhard Süss