Gasthaus List gehört jetzt der Gemeinde Schaufling

Die Gemeinde hat das Anwesen List mit dem zugehörigen Gasthaus erworben. Das bestätigte Bürgermeister Bauer gegenüber der DZ. Damit sicherte die Kommune sich ein entscheidendes Grundstück mitten im Zentrum für die weitere Entwicklung des Ortes und möchte gleichzeitig den Mittelpunkt für das gesellschaftliche Leben langfristig erhalten. Das Anwesen stand bereits mehrmals kurz vor der Versteigerung. Zuletzt wurde 2017 ein Termin aus formalen Gründen abgesagt. Die Gemeinde hatte laut Bauer immer ein Auge auf die Entwicklung um das Anwesen in zentraler Lage. „Wenn das irgendeiner kauft und einen Wohnblock hinbaut, ist das für den Eigentümer schlecht und ist das für die Gemeinde schlecht“, erklärt Bauer. Die Kommune hätte sich auch an der Versteigerung „bis zu einer gewissen Summe“ beteiligt. Durch die Verzögerung bot sich Zeit und Gelegenheit einen Kauf vorzubereiten – „in vollster Zusammenarbeit mit dem Eigentümer“ bekräftigt Bauer. Nach vielen Verhandlungen mit den Gläubigern war der Verkauf an die Gemeinde eingetütet. Für gut 305 000 Euro wechselte das Anwesen ohne Altlasten in das Eigentum der Kommune.

Direkt an der Hauptstraße und mitten im Zentrum liegt das Gasthaus List. Es bildet den Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens in der Gemeinde und soll als Gastronomiebetrieb mit Veranstaltungsmöglichkeiten erhalten werden.

Grundlage für Aufwertung des Ortskerns
Zum Anwesen gehören das Hauptgebäude mit Gasthaus, Saal und Läden, ein Nebengebäude, in dem früher eine Metzgerei und eine Schießanlage untergebracht waren, ein Stadl und eine abbruchreife Ruine. Mit dem Kauf gewann die Gemeinde Zeit, um ein tragfähiges Konzept dafür zu erarbeiten. Es gilt, die kaputte Bausubstanz zu entfernen und einer öffentlichen Nutzung zuzuführen. Zunächst soll alles weiterlaufen wie bisher, grundsätzlich soll auch mittelfristig die Struktur erhalten bleiben, also Läden und eine Gastronomie mit Veranstaltungsräumlichkeiten. Für Bürgermeister und Gemeinderat steht der Erhalt des Wirtshauses an erster Stelle. „Das wäre der Todesstoß für das Gemeinschaftsleben, wenn es wegfallen würde“ ist sich Bauer sicher. Der List ist wichtiger Anlaufpunkt für Feierlichkeiten aller Art oder Vereinsveranstaltungen wie Jahreshauptversammlungen, Christbaumversteigerungen und vieles mehr. Andere gastronomische Betriebe in dieser Größenordnung und Lage sucht man in der Gemeinde und Region vergebens.

Finanzieren muss Schaufling den Kauf erst einmal über den laufenden Haushalt, ein dicker Brocken für die kleine Gemeinde. Der Grundstückskauf ist über die Städtebaumittel mit rund 60% förderfähig, vorausgesetzt, er wird einer öffentlichen Nutzung zugeführt. Über MdB Florian Pronold wurde die Gemeinde auf eine weitere Förderung aufmerksam. Über ein integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept (ISEK) sind für weitere Teilbereiche bis zu 90% Zuschüsse möglich. Bauer und Verwaltungsgeschäftsleiter Manfred Hunger hoffen, dass für das Projekt somit langfristig mit insgesamt 50- bis 60-prozentiger Förderung gerechnet werden kann.

Bürger sollen mitreden
In das ISEK soll der komplette Ortskern miteinbezogen werden. Dazu sind auch die Ideen und Vorstellungen der Bürger gefragt, die sich in die Aufwertung des Zentrums einbringen sollen.

Quelle: DZ 27.01.2018
Text: Wendelin Trs
Foto: Binder