Bürgerversammlung Schaufling

Eine eindrucksvolle Bilanz konnte Bürgermeister Robert Bauer in der Bürgerversammlung im Gasthaus List den zahlreichen Besuchern vorlegen. Trotz vieler Investitionen konnte innerhalb von vier Jahren die Verschuldung um mehr als die Hälfte abgebaut werden. Die Rücklagen konnten auf eine Million Euro erhöht werden. Die gute finanzielle Situation sollte aber nicht überschätzt werden, stellte der Gemeindechef fest. Schließlich kommen viele notwendige und kostenintensive Maßnahmen auf die Gemeinde zu. Dies gelte vor allem für den Breitbandausbau und den Anschluss der restlichen Ortschaften an die zentrale Wasserversorgung. Für den Breitbandausbau muss die Gemeinde trotz einer Förderung von 80 Prozent mit einem Eigenanteil von 250 000 Euro rechnen. Außerdem kann die Gemeinde beim Breitbandausbau mit keinem finanziellen Rückfluss der Nutzer rechnen, wie dies bei der Wasserversorgung der Fall ist.

Baumaßnahmen
Ein wichtiges Projekt für die Gemeinde war der seit Jahren diskutierte, vom Landkreis gebaute Kreisverkehr an der Kreuzung St 2133/DEG 25, mit dem eine maßgebliche Entschärfung eines Unfallschwerpunktes erreicht wurde. Die Gemeinde schloss sich mit der Anlegung einer Querungshilfe bei der Einfahrt zum Baugebiet „Gwendfeld“ an. Der Jägerweg in Schaufling wurde erneuert. Wichtigste Straßenbaumaßnahme der Gemeinde war im Vorjahr der Neubau der Straße Nadling-Freiberg, die zudem teilweise verbreitert wurde. Dank dem Entgegenkommen eines Anliegers konnte eine natürliche Geländemulde in Regenrückhaltebecken umfunktioniert werden. Mit dem Anschluss der Ortschaft Muckenthal an die gemeindliche Wasserversorgung waren für elf Hausbesitzer Probleme bei der Wasserversorgung erledigt. Die Gemeinde konnte zudem noch ein staatliches Förderprogramm nutzen. Die Förderung liegt bei 60 Prozent.

Der laufende Breitbandausbau ist für die Gemeinde eine Mammutaufgabe. Mit der Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf LED wird eine wesentliche Energieeinsparung erreicht. Die Kosten werden sich in fünf Jahren amortisieren. Für die Feuerwehr wurde ein neues Einsatzfahrzeug HLF 10 bestellt, dass heuer ausgeliefert wird. Viel Zeit und Geld sind für die Probleme mit den Bibern aufzuwenden. Es konnte ein eigener Biberberater gefunden werden, der sehr engagiert ist. Eine außerplanmäßige Erhöhung der Liefergebühr durch die Stadt Deggendorf zwang die Gemeinde zu einer Erhöhung der Wassergebühr.

Die ILE Sonnenwald soll die interkommunale Zusammenarbeit fördern. Die regelmäßigen Treffen der Bürgermeister sind auch ein wertvoller Meinungsaustausch. Die Mitglieder des Tourismusstammtisches wollen die Region touristisch mehr in den Fokus rücken. Einiges wurde bereits erreicht, weitere Mitglieder werden gesucht. Im letzten Jahr wurde die Goldsteigalternativrunde freigegeben. Dr. Anita Birnberger und Karl Aufschläger durften sich über die Verleihung des Ehrenzeichens des Ministerpräsidenten freuen.

Kindergarten und Schule
Der Kindergarten wird derzeit von 57 Kindern besucht, die Kinderkrippe von neun Kindern. Gedankt wurde dem Ortscaritasverband, dem Kindergartenpersonal und dem Elternbeirat. Lob gab es auch für die Leiterin der Mutter-Kind-Gruppe und die Mitarbeiterinnen der Gemeindebücherei. Die Grundschule Lalling besuchen 57 Kinder aus der Gemeinde, ein knappes Drittel der Gesamtschülerzahl. Die Mittelschule Hengersberg wird von 19 Schülern aus der Gemeinde besucht. Einige Kinder besuchen die Grundschulen Hengersberg und Mietraching sowie die Mittelschule Theodorf-Heuss in Deggendorf.

Die Einwohnerzahl von 1502 hat sich gegenüber dem Vorjahr nicht verändert. 2016 wurden 15 Geburten, zehn Eheschließungen und sechs Sterbefälle registriert. In 12 Gemeinderatssitzungen wurden 73 Beschlüsse gefasst, davon 72 einstimmig. Zugestimmt wurde außerdem 24 Baugesuchen.

In seiner Vorschau auf 2017 nannte der Bürgermeister den Neubau der Gemeindestraße von der St 2133 nach Nadling, den Anschluss der Ortschaft Böhaming an die zentrale Wasserversorgung über das Netz der Nachbargemeinde Lalling, die Weiterführung des Breitbandausbaues, die Gestaltung des Kreisverkehrs und das Aufbringen der Feinschicht im Baugebiet „Gwendfeld“. Die ILE Sonnenwald strebt die Fertigstellung eines Integrierten ländlichen Entwicklungskonzepts an. Der Wanderer- und Tourismusstammtisch will seine erfolgreiche Arbeit weiterführen. Auch heuer soll es ein Goldsteigfest geben, verbunden mit einem Christopherusmarkt. Wichtig ist der Gemeinde die Bereitstellung von günstigem Bauland für junge Familien. Die Gemeinde ist seit Jahren auf der Suche nach Bauland. Bauer bat die Grundstückseigentümer um Unterstützung.

Die Bürgerschaft ist mit der Arbeit von Bürgermeister und Gemeinderat offenbar zufrieden. Zur Bürgerversammlung ist weder ein schriftlicher Antrag eingegangen, noch wurde in der Versammlung eine mündliche Anfrage gestellt.

Text: Schröck