Die Gemeinde Schaufling sucht Feldgeschworene

Die Gemeinde Schaufling ist auf der Suche nach Feldgeschworenen. Diese wachen über die (Grundstücks-) Grenzen, unterstützen Gemeinde und Vermessungsbehörden. Dabei handelt es sich um das älteste Ehrenamt, dass es bayernweit gibt. Vorraussetzung für die Berufung zu dieser Tätigkeit sind ein tadelloser Leumund, der Bewerber muss gewissenhaft, unparteiisch und verschwiegen sein. Ein Feldgeschworener wird zur Bewahrung des Siebenergeheimnisses mittels Vereidigung auf Lebenszeit verpflichtet. Darüber hinaus muss der- oder diejenige ortsansässig sein.

Die Aufgaben der Feldgeschworenen sind die Zusammenarbeit mit den Vermessungsbehörden sowie Grenzbegehungen. Zusammen mit den Ämtern wirken sie bei der Abmarkung der Grundstücke mit. Auf Anordnung des Bürgermeisters nehmen sie Grenzbegehungen vor und informieren die Gemeinde über Mängel an Grenzzeichen.

Das Siebenergeheimnis ist ein geheimes Zeichen zur Kennzeichnung von Grenzpunkten. Dieses wird den Feldgeschworenen bei Einführung in die Tätigkeit unter Eid genannt. Feldgeschworene arbeiten sowohl selbständig als auch auf Anordnung. Die Gemeinde legt die Zahl der Feldgeschworenen für ein Gebiet fest. Das Zuständigkeitsgebiet umfasst maximal die Größe der Gemeinde, eine Unterteilung nach Gemarkung ist aber möglich bzw. üblich. Für ihre Tätigkeit erhalten Feldgeschworene eine Aufwandsentschädigung.

Symbol der Feldgeschworenen

Kleine geschichtliche Exkursion:
Die Wurzeln des Feldgeschworenenamtes liegen im 13. und 14. Jahrhundert. Es hat seine Wurzeln in den damaligen Feld- und Untergangsgerichten, die wiederum aus den Dorfgerichten hervorgingen. Im damaligen Dorfrecht vereinheitlichten die sogenanntne Feldgeschworenen-, Feldgerichts-, Siebener-, Steinsetzer oder Marker-Ordnungen das Territorialrecht. Anfang des 19. Jahrhunderts kam es zu grundlegenden Reformierungen der kommunalen Organisation. In diesem Rahmen entstanden damit auch einheitliche „Siebenerordnungen“. Protokollbücher von Feldgeschworenen, die bis in 16. Jahrhundert zurückreichen, sind ein wahrer Fundus an Informationen über die Aufgaben der Feldgeschworenen. Der Begriff „Siebener(-geheimnis) ist auf die Anzahl der Feldgeschwornen zurückzuführen, da früher meist eine Gruppe von 7 Personen von der Gemeinde benannt war. Diese Tätigkeit gibt es übrigens nur im süddeutschen Raum.

Wer sich für das Ehrenamt des Feldgeschworenen interessiert oder für eine Entscheidungsfindung weiter Informationen möchte, kann sich bei der VG Lalling oder Bürgermeister Robert Bauer melden.